03.10.14

Trauer um die Mitmenschen:

 

Gedenkverantaltung für die Opfer von Flucht und Vertreibung am 03. Oktober im AWO Begegnungszentrum

Am 03. Oktober fand sich im Begegnungszentrum eine kleine Gruppe von Eriträer_innen im AWO Begegnungszentrum zusammen, um der Opfer von Flucht und Vertreibung zu gedenken. Zur Erinnerung: Vor einem Jahr fand ein verheerendes Bootsunglück vor der Insel von Lampedusa statt. Fast 400 Menschen, vor allem aus Eritrea und Somalia, starben bei diesem Unglück.
Eine heftige Debatte um die europäische Flüchtlingspolitik ist seither entbrannt. Sehr leicht verliert man aber aus den Augen, dass ein Flüchtlingsstrom mehr ist als ein politischer Begriff. Hinter jeder Flucht steht ein menschliches Schicksal. Das wird bei solchen Treffen wie am 03. Oktober nur allzu deutlich. Freweyni  Habtemariam, Mitorganisatorin des Treffens, fasst das so zusammen:

 

„Die Gedenkfeier verlief würdig und ruhig. Wir haben für die Toten und ihre Angehörigen gebetet, Gedichte verlesen und erzählt. Ein Überlebender des Boots von Lampedusa, der in einer der Flüchtlingsheime in Mecklenburg-Vorpommern lebt, und seine Mitbewohner haben leider keine Genehmigung erhalten, zu uns zu fahren, da man den Antrag hätte 10 Tage vorher einreichen müssen. Sie haben dort im Heim getrauert. Wir haben sie telefonisch an der Feierlichkeit beteiligt.
Ein weiterer junger Mann, der seinen Bruder auf dem Boot verloren hat, war mit uns bei uns.“

 

Man erahnt nur den krassen Gegensatz zwischen den menschlichen Schicksalen einerseits und dem menschenunwürdigen Zustand, in dem sich viele Flüchtlinge befinden. Das Bild von Flüchtlingen ist in unserer Gesellschaft eben oft verzehrt. Es gilt, für Aufklärung zu sorgen, um rassistischen Tendenzen entgegenzuwirken und den Blick für die Menschen zu schärfen, die nach Europa fliehen.

 

Angefügt seien deshalb einige aktuelle Links zur weiteren Information für alle Interessierten:



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